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CODICES MEDII AEVI (9. - 16. Jh.)

«Atlas Historiae Naturalis»  Codex Pomar.  Escorial, 1583

Der Beatus Codex in New York aus Las Huelgas, Burgos 1220 → Apokalypse

Unser Prospekt zur größten Apokalypse Handschrift des
Beatus de Liebana - Der Codex Las Huelgas

«Bestiarium von St. PetersburgBestiarium von St. Petersburg»  Nördl. Midlands, 1190 (-1200)
Russische Nationalbibliothek St. Petersburg, Ms Lat. Q.v.V.Nr.1

Das lateinische Bestiarium von St. Petersburg ist um 1190 in den nördlichen Midlands in England entstanden und seit 1805 im Besitz der Russischen Nationalbibliothek St. Petersburg. In seiner prunkvollen Gestaltung ist es ein Luxus-Bestiarium. Mit einer Fülle von 113 goldunterlegten Illustrationen in unterschiedlich gestalteten Rahmen, Rechtecken und Medaillons, sowie leuchtenden Farbgebungen zählt die Handschrift zu den eindrucksvollsten Naturbüchern, die vor allem im England des 12. und 13. Jahrhunderts Adel und Klerus begeisterten. Bestiarien haben ihren Ursprung im griechischen "Physiologus", einer christlichen Naturkunde, die vermutlich im 2. Jahrhundert in Alexandria entstand. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, einer Zeit wissenschaftlicher Erneuerung in den Klöstern, entstanden die ersten Bestiarien im anglonormannischen Raum, illustriert mit meist ungerahmten Federzeichnungen. Während der "Physiologus" als Erbauungsbuch zur Vermittlung christlicher Morallehre erfolgreich blieb, erwuchs im Bestiarium ein tierkundliches Standardwerk mit immer neuen Motiven, immer weniger moralisierend, immer häufiger naturgetreu darstellend, faszinierend in seinen Geschichten und deren farbenkräftigen Illustrationen.

Bibliographische Daten: 182 Seiten, Format: 22 x 17 cm, 113 Miniaturen, limitierte Auflage: 995 Exemplare, deutscher Kommentar (exklusiv bei Bibliotheca Rara): Claus Weinert.

«Biblia Hebraica de Alcalá» Henares, ca. 1460

«Biblia de León 960» Codex Biblicus
Großkommentar deutsch

Boccardino-Codex → de’Medici Valois

«Buch der Liebenden» Frankreich, Beginn des 16. Jahrhunderts

Codex Aureus Escorialensis → Kaiser-Evangeliar
Codex Tro-Cortes → Tro-Cortesianus

«Evangeliar Heinrichs des LöwenDas Evangeliar Heinrichs des Löwen» Helmarshausen, vor 1188
Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel Codex Guelf. 105 Noviss. 2
Vergriffen, antiquarisch auf Anfrage erhältlich

Heinrich der Löwe, 1129(31)-1195, einer der mächtigsten Landesfürsten der Stauferzeit, Herzog von Sachsen und Bayern, hat diese prunkvolle Handschrift in Auftrag gegeben. Gemeinsam mit seiner Gemahlin Mathilde, Tochter des englischen Königs Heinrich II., widmete er das Evangeliar der Kirche St. Blasius in Braunschweig, dem Braunschweiger Dom, den er seit 1173 errichten ließ, anlässlich der Weihe des dortigen Marienaltars im Jahre 1188. Der Codex ist nicht nur eine der großen Schöpfungen romanischer Buchkunst in Deutschland. Er ist zugleich ein eindrucksvolles Monument der weltlichen wie geistlichen deutschen Geschichte, einzigartig deshalb, weil er ebenso von mittelalterlicher Frömmigkeit zeugt, wie seine Bilder den weltlich-politischen Anspruch Heinrichs des Löwen kundtun.

Bibliographische Daten: 226 Blätter, Format: 34,2 x 25,3 cm, 50 ganzseitige Miniaturen, Druck im rasterlosen Granolithoverfahren mit 10 Druckgängen und 3 Prägegängen (Gold/Silber), Bibliotheks-/Studienausgabe, in braunes Ganzleder gebunden, limitierte Auflage: 1000 Exemplare, davon 950 Verkaufsex., deutscher Kommentar: Dietrich Kötzsche.

Das "teuerste Buch der Welt", wie das goldglänzende Evangeliar nach seiner spektakulären Versteigerung am 6. Dezember 1983 bei Sotheby's apostrophiert wurde, schrieb Auktionsgeschichte. Für 32,5 Millionen Mark erstand es Hermann Josef Abs für die heutigen vier Besitzer, die Bundesrepublik Deutschland, den Freistaat Bayern, das Land Niedersachsen und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin.

«Leonhart Fuchs: De Historia Stirpium» Tübingen, 1542

«Gebetbuch Philipps II. von Spanien» Capitulario, Escorial 1565

«Goldenes KalenderbuchGlockendon, Albrecht: Goldenes Kalenderbuch von 1526»  Nürnberg, 1526
Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Berlin, Ms germ. oct. 9

Dieses zierliche, kostbar mit Gold illuminierte Büchlein entstand in der Werkstatt des Nürnberger Miniaturisten Albrecht Glockendon. Es enthält einen immerwährenden Kalender. Die Handschrift folgt der Tradition mittelalterlicher Kalendarien mit zwölf farbenfrohen Monatsbildern, die in feinster Maltechnik Szenen des bäuerlichen und bürgerlichen Lebens zeigen. Sternbilder verweisen auf die damit verbundenen Gesundheits- und Lebensregeln. Auf kleinstem Raum sind zahlreiche kulturhistorische Details, Architekturen und Trachten dargestellt. Hier lebt die Tradition flämischer Buchmalerei in bezauberndem Nürnberger Lokalkolorit wieder auf.

Bibliographische Daten: 32 S., Format: 14 x 10 cm, 14 Miniaturen, limitierte Auflage: 800 Exemplare, deutscher Kommentar: Hermann Degering, Frauke Steenbock.

«Goldenes Hildesheimer KalendariumGoldenes Hildesheimer Kalendarium»  Hildesheim, um 1250
Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Cod. Guelf. 13 Aug. 2

Die Kalender- und Bildseiten des Kalendariums gehören vermutlich zu einer liturgischen Prachthandschrift, die nur zur Feier der Messe an den höchsten kirchlichen Feiertagen benutzt werden durfte. Geschrieben wurde der Codex für eine bedeutende kirchliche Institution, wahrscheinlich für das Servatiusstift in Quedlinburg, eines der vornehmsten Reichsstifte in Deutschland. Das in expressiver Deckfarbenmalerei vor strahlendem Goldgrund ausgeführte Werk entstand um die Mitte des 13. Jahrhunderts an einem traditionsreichen Ort: im Skriptorium des Benediktinerklosters St. Michael in Hildesheim. Dieses Kloster war vom berühmten Bischof Bernward (Amtszeit: 993-1022, Heiligsprechung: 1192) gegründet worden und immer wieder mit besonders künstlerischen Werken, wie etwa dem 1160-1170 entstandenen Stammheimer Missale, aufgefallen. Die Handschrift ist ein hervorragendes Beispiel für den sog. Zackenstil, eine eigenständige Stilform des 13. Jahrhunderts. Er zeichnet sich durch hartkantige, farblich brilliante Gewandformen vor großflächigem Goldgrund aus. Erstmals in der Geschichte der Faksimilierung wurden die im Original zum Schutze der Miniaturen eingearbeiteten Seidenvorhänge auch im Faksimile nachempfunden.

Bibliographische Daten: 16 S., Format: 30,9 x 22,5 cm, 2 Bildseiten mit 5 Darstellungen zum Leben Christi, vollständiger Kalender, limitierte Auflage: 980 Exemplare, deutscher Kommentar: Harald Wolter-von dem Knesebeck, Helmar Hertel, Werner Hohl.

«Gutenberg Handbuch zur B 42»
mit dem Faksimile der TABULA RUBRICARUM

Isabel-Codex → Stundenbuch der Isabel la Católica

«Hainricus MissaleDas Hainricus Missale» Weingarten, um 1217
Pierpont Morgan Library, New York, Ms M. 711

Der Hainricus-Codex begeistert vor allem durch die hohe Qualität seines Buchschmucks. Die ganzseitigen Miniaturen, mit prächtigen Rahmen wie Tafelbilder ausgeführt, bestechen durch ihre beeindruckende Monumentalität. Die Initialen beschreiben in lebendigster Weise biblische Episoden. Die Gestalten brechen immer wieder aus den Buchstaben aus und steigern so die unglaubliche Dynamik der Miniaturen. Groteske Tiere und Fabelwesen bevölkern den Buchschmuck, kunstvoll verschlungene Ranken und Fleuronnees begeistern den Betrachter. Die meisterhaft dargebotene Deckfarbenmalerei erhält zusätzliche Leuchtkraft durch die verschwenderische Verwendung von Gold und Silber. Das Missale entstand um 1217 im Skriptorium des Benediktinerstifts Weingarten während der Amtszeit des ehrgeizigen und kunstsinnigen Abts Berthold. Der Codex ist mit dem Namen eines Mönchs des Klosters verbunden, der sein Porträt nicht nur auf der Silberplatte des Einbandes verewigen ließ, sondern dessen Gestalt uns auch in fünf Miniaturen begegnet. Dennoch bleibt die Rolle des "Hainricus" bei der Anfertigung der Prachthandschrift geheimnisvoll, gab es doch im Entstehungszeitraum drei Mönche dieses Namens: einen Maler, einen Silberschmied und einen Stifter von Büchern.

Bibliographische Daten: 296 S., Format: 24,2 x 17,2 cm, 24 Kalendermedaillons, 5 ganzseitige Miniaturen, 35 historisierte Initialen, 16 Ranken-, Tier- und Maskeninitialen, ca. 310 größere Silhouetten- und Fleuronnee-Initialen, limitierte Auflage: 280 Exemplare, deutscher Kommentar: Hans Ulrich Rudolf.

«Codex Aureus EscorialensisKaiser-Evangeliar, Codex Aureus Escorialensis» Echternach 1045/46
Real Biblioteca de San Lorenzo El Escorial, Cod. Vitr. 17

Das salische Kaiser-Evangeliar, das größte Evangeliar, das je geschaffen wurde, war eine Stiftung für den größten Dom, den es zur damaligen Zeit gab, den Dom zu Speyer. Im August 1046 hat wohl der fromme Heinrich III. mit seiner Gattin Agnes den goldenen Pracht-Codex der Patronin Maria zur Weihe des Hochaltars im Dom überreicht, wie es anschaulich im Dedikationsbild dargestellt ist. Das Format und die erstaunliche künstlerische Ausstattung entsprechen durchaus dem grandiosen Dombau. Entstanden im Skriptorium des Klosters Echternach im heutigen Luxemburg gelangte der Codex auf habsburgischen Wegen im November 1566 als Geschenk für Philipp II. in den Escorial unweit von Madrid. Der atemberaubende Einband ist ein Replikat der Fassung, die Philipp V., der erste Bourbone auf dem spanischen Thron (1701-46), im französischen Pointille-Stil anfertigen ließ, golgeprägt in rotem Leder.

Bibliographische Daten: 340 (+2) S., Format: 50 x 35 cm, 13 ganzseitige u. 43 halbseitige Bilder, 12 Kanontafeln, 44 Zierseiten, 18 S. mit zwei Zierkolumnen, 11 S. mit einer Zierkolumne, limitierte Auflage: 980 Exemplare, deutscher Kommentar (exklusiv bei Bibliotheca Rara): Johannes Rathofer.

«Koran des Sultans Mulay Zaidan» Marrakesch, 1599, Antiquarisch

«La Biblia de Niccoló d’Este» Anfang 1434
(die französische Bibel des Guyard des Moulins)

Las Huelgas Codex Musica → Der Musik-Codex Las Huelgas

«Das Lehrbuch für Maximilian I.Lehrbuch für Kaiser Maximilian I.»  Wien, 1466
Österreichische Nationalbibliothek Wien, Cod. 2368

Das prachtvoll ausgestattete Abecedarium ist das erste Lehrbuch, das Maximilian als Siebenjähriger in die Hand bekam. Aus ihm lernte er das Alphabet, das Paternoster, Ave Maria und andere Gebete so wie Merkverse. In einigen der farbenfrohen, mit aufwändigem Gold ausgeführten Miniaturen tritt der Kaisersohn selbst auf. In der Initiale zum Vaterunser sehen wir ihn neben seinem Lehrer Jakob von Fladnitz, wie er aus einem Codex buchstabiert. Einen weiteren Bezug zum Benützer stellen die beiden Wappen der Eltern Maximilians, Kaiser Friedrichs III. und Eleonores von Portugal, auf der ersten Textseite her. Insgesamt 14 Deckfarbenminiaturen, in Initialbuchstaben eingeschriebene Genreszenen und religiöse Darstellungen stehen am Beginn jedes einzelnen Textabschnitts. Die erlesene Wirkung dieser kleinen Kunstwerke wird verstärkt durch kostbare, mit Ziselierungen und Punzen geschmückte Partien aus poliertem Blattgold, mit denen die Buchstabenkörper hinterlegt sind.

Bibliographische Daten: 54 S., Format: 28,4 x 21,4 cm, 14 Miniaturen, limitierte Auflage: 480 Exemplare, davon 50 als Echtgoldausgabe, deutscher Kommentar: Karl-Georg Pfändtner, Alois Haidinger.

«Liber PrecumLiber Precum»  Köln, um 1480/90
Russische Nationalbibliothek St. Petersburg, Ms Lat. O.v.I.206

Das hervorstechendste Merkmal dieses Andachtsbuches ist der wegen seines Umfangs, seiner Erzähldichte und seiner künstlerischen Qualität einzigartige Bilderzyklus, der den faksimilierten ersten Teil der Handschrift, fols. 1-99, eine Folge von Gebeten zuur Vita Christi und eine Litanei, begleitet. Mit seinen 41 ganzseitigen Miniaturen stellt er die vollständigste und ikonographisch reichste Illustrationsfolge zum Leben und Leiden Jesu dar, die aus dieser Epoche erhalten ist. Der inhaltlichen Bedeutung der Handschrift als Andachtsbuch entspricht der Grundtenor ihrer Bilder, deren Hauptakzent auf der Vermittlung der unterschiedlichen Stimmungen liegt. Dynamische Figuren, die durch eine überaus beredte Gestik und Mimik und eine innere Spannung miteinander verbunden sind, atmosphärische Landschaften und eine subtile Farbgebung - das sind die bildbestimmenden Elemente, die den besonderen Reiz der Miniaturen ausmachen und den Illuminator, einen der führenden Künstler der bedeutenden Kölner Malschule, als einen Meister seines Faches ausweisen.

Bibliographische Daten: 198 S., Format: 13,1 x 9,3 cm, 41 ganzseitige Miniaturen, limitierte Auflage: 580 Exemplare, deutscher Kommentar: James Marrow, Margarita Logutova.

«Marco Polo: Buch der WunderMarco Polo: Buch der Wunder» ?, um 1410
Bibliotheque nationale, Paris, Ms Francais 2810

Antiquarisch

Der Entstehungsort der berühmten Bilderhandschrift über die abenteuerlichen Reisen des venezianischen Kaufmanns Marco Polo (1254-1324) mit 84 Miniaturen in herrlichen Farben und reichem Goldschmuck kann nur vermutet werden. Auftraggeber und ursprünglicher Besitzer war wohl Johann Ohnefurcht, Herzog von Burgund, der in den Inventaren des Herzogs von Berry als derjenige vermerkt ist, der dem Herzog das Prachtwerk geschenkt hat. Die großformatigen Miniaturen können zwei Stilgruppen zugeordnet werden. Der Boucicaut-Meister prägt eine von ihnen, unterstützt vom Mazarine-Meister, während die zweite Gruppe von der engen Zusammenarbeit des Egerton-Meisters und des Bedford-Meisters bestimmt wird. Die Geschichte, welche die Buchmaler illustrieren, ist die des Handelsreisenden Marco Polo. Die Wirklichkeitsschilderung und phantasievolle Ausschmückung verbindenden Berichte seines mutigen und mühevollen Abenteuers, das ihn 1271 von Venedig in dreieinhalb Jahren bis an den sagenumwobenen Hof des Mongolenherrschers Kublai Khan reisen ließ, faszinieren noch heute den Leser, wie sie bereits Kolumbus beeinflussten, der selbst ein Exemplar der Handschrift besaß.

Bibliographische Daten: 192 S., Format: 42 x 30 cm, limitierte Auflage: 980 Exemplare, zweisprachiger Kommentar (deutsch/französisch): Jean Richard, Francois Avril, Jacques Monfrin u.a.

Maria von Burgund → Stundenbuch der Maria von Burgund

«Vita der Mathilde von CanossaMathilde von Canossa»  Canossa, 1115
Biblioteca Apostolica Vaticana, Vat. lat. 4922

Der Benediktinermönch Donizio von Canossa setzte in seiner "Vita Mathildis" der Markgräfin Mathilde von Tuszien (1046-1115) ein literarisches Denkmal. Das zwischen 1111 und 1114 entstandene, jedoch erst nach Mathildes Tod im Sommer 1115 endgültig fertiggestellte Werk umfasst zwei "Bücher" mit jeweils rund 1400 Hexametern, die durch Prosatexte eingeleitet sind. Es handelt sich weniger um eine Biografie Mathildes als um ein eindrucksvolles Zeugnis des Aufstieges des Hauses Canossa zum mächtigsten italienischen Fürstengeschlecht des 11. Jahrhunderts. Das zweite Buch allerdings hat Donizio ganz Mathilde gewidmet. Ihre in tiefer Frömmigkeit gründende Treue zum Papsttum und ihr Bestreben, zwischen Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor VII. vermitteln zu wollen, stehen im Vordergrund.

Bibliographische Daten: 180 S., Format: 16,7 x 22,3 cm, 8 in leuchtenden Farben mit Goldauftrag versehene Miniaturen, limitierte Auflage: 2000 Exemplare, davon 600 für die deutschsprachigen Länder, deutscher Kommentar: V. Fumagalli, inkl. einer vollständigen Transkription der Verse Donizios sowie einer Übersetzung ins Deutsche v. A. Janeck.

«Joh. Mauropous von Euchaïta» «Byzantinische Epigramme und Ikone» Escorial 1567

«Maya-Kunst aus Palenque»  Die Expedition von 1784

Mazarine BibelDie «Mazarine Bibel» «Biblia Sacra Mazarinea» Mainz, um 1456
Die früheste Gutenberg-Bibel. Das Exemplar der Bibliotheque Mazarine, an dem die Inkunabelkunde zuerst erkannte, dass es sich um Gutenbergs Werk handelt, ist vollständig erhalten und in einem hervorragenden Zustand. Es besteht aus zwei Bänden von 648 und 636 Seiten, zweispaltig gesetzt auf elfenbeinartigem Papier. Das Exemplar weist zahlreiche gemalte Initialen auf. Insbesondere verfügt es über in Blau und Rot gehaltene Initialen am Anfang der Kapitel, welche noch in Mainz ausgeführt worden sind (Mainzer Kalligraphie).

Bibliographische Daten: Bibliotheque Mazarine, Paris, Ms Inc. 1, limitierte Auflage: 250 Exemplare, davon 25 Exemplare im Originaleinband, deutscher Kommentar: Christian Galantaris, mit Beiträgen von Pierre Gasnault und Eberhard König.

«Boccardino-Codexde' Medici - Valois» Das Hochzeits-Stundenbuch
für Lorenzo II. de' Medici und Madeleine de la Tour d'Auvergne,
Boccardino-Codex. Florenz, 1516/18
Museo Lazaro Galdiano, Madrid, Sig. 15512

Florenz im Mai 1518: Eine hochpolitische Hochzeit wird gefeiert. Lorenzo Piero de' Medici heiratet Madeleine de la Tour d'Auvergne. Die Medici, die hier verwandtschaftliche Bande mit dem französischen Hause Valois knüpfen, sind erst seit sechs Jahren wieder die uneingeschränkten Herrscher von Florenz. Papst Leo X., der Onkel des Bräutigams und erste Medici-Papst der Geschichte, hat diese Verbindung unterstützt und gefördert. Das junge Paar bekräftigt stellvertretend den Bund zwischen Papst und französischem König. Das Stundenbuch, ein Libretto da Mano, geschaffen von den Gebrüdern Boccardi, vor allem geprägt von Giovanni Boccardi oder Boccardino dem Älteren, dem zur damaligen Zeit wohl bedeutendsten Florentiner Buchmaler, dient als Hochzeitsgeschenk, in Wirklichkeit jedoch als Mosaikstein im politischen Spiel der Repräsentation und des Interessenausgleichs.

Bibliographische Daten: 332 S., Format: 6 x 4 cm, 11 ganzseitige goldgeschmückte Miniaturen, 14 Dekorseiten, Kalbsledereinband mit Silberschließen samt Nachbildung einer Lupe der Zeit aus dem British Museum, Velours-Schatulle, limitierte Auflage: 980 Exemplare, spanischer Kommentar: Juana Hidalgo Ogayar, deutscher Kommentar (exklusiv bei Bibliotheca Rara): Claus Weinert.

Der Musik-Codex Las Huelgas«Der Musik-Codex Las Huelgas»  Die Polyphonie-Handschrift des 13. Jahrhunderts, Monasterio de Santa Maria la Real de Las Huelgas, 1280/1335.

Der Codex Musica Las Huelgas ist mit seinen Kompositionen der Notre-Dame-Schule und der Ars Antiqua eine der wichtigsten Quellen polyphoner Musik des Mittelalters. Das berühmte Manu-Skript notierte nur ein Schreiber des angesehenen Skriptoriums bis 1280, Ergänzungen wurden bis 1335 angefügt. Für die Wiedergabe seines Pergamentes benutzte Testimonio 1997 zum Farbdruck im 200er Raster ein präpariertes schwedisches Papier, das haptisch wie das Original auch pergamenten "klingt" - vom Organum bis zur Motette. Gewidmet ist der Codex dem Stifter des Zisterzienser-Klosters, König Alfonso VIII., der es mit seiner Frau Eleanor Plantagenet 1187 für adlige Damen gründete. Das Pantheon der kastilischen Könige und "vornehmste Kloster höchsten Ranges in der Christenheit" birgt den imposantesten Musik-Codex seiner Zeit.

Bibliographische Daten: 340 S. gemäß den originalen 19 Lagen im Format 26 x 18 cm mit farbigen Initialen in Blau, Rot und Braun, teils fränkische Notation. Geprägter Ganzleder-Einband im Stil Mudéjar. Beigefügt 2 CD's von Benjamin Bagby und Barbara Thornton mit dem Sequentia-Ensemble. Kommentar: Edward Roesner, New York. Limitierte Auflage: 980 Exemplare.

«Sebastian Münsters Cosmographia» oder Wie man sich die Welt vor 500 Jahren vorstellte. Basel 1628 (Überarb. und erw. 21. Auflage der Erstausgabe von 1544)

Der Sternbilder-Codex Drogos von Metz«Der Sternbilder-Codex Drogos von Metz»  Metz, ca. 825.
Biblioteca Nacional, Madrid, Ms 3307.
Aratea und komputistisches Handbuch Karls des Großen. Drogo, Bischof von Metz, geboren 801 als natürlicher Sohn Karls des Großen, gestorben 855 (856?) bei Luxeuil, ließ eine spätantike Handschrift als Vorlage für den Sternbilderzyklus kopieren, dessen Inhalt auf eine Textsammlung Einhards zurückgeführt wird. Der Historiker und Biograph des Kaisers stellte vermutlich bereits um 810 ausgewählte Texte zur Kosmologie und Zeitrechnung zusammen.

Das Stundenbuch des Gerard David«Stundenbuch des Gerard David»  Brügge, 1486
Real Biblioteca de El Escorial Ms Vitr. 12.
Gerard David (um 1460-1523) ist der letzte in der Reihe der großen altniederländischen Maler des 15. Jahrhunderts, der letzte bedeutende Vertreter der traditionsreichen Schule von Brügge. 1484 trat er der Gilde der Bildermacher in Brügge bei, in der er wichtige Ämter und schließlich den Vorsitz übernahm.

Die PfingstminiaturUnter den zahlreichen, heute erhaltenen Handschriften, die Brügger oder Genter Buchmaler zu Lebzeiten Davids illuminierten, finden sich tatsächlich nur drei, an denen der Maler wohl beteiligt gewesen ist. Ein einziges von über fünfzig Bildern hat er zu einem Stundenbuch in Cleveland beigesteuert, welches aus dem Besitz der spanischen Königin Isabel la Católica stammt, lediglich vier von weit über hundert Miniaturen zu einem Brevier in London, das für die gleiche Herrscherin geschaffen wurde. Die bei weitem interessanteste Konstellation bietet dabei das vorliegende Stundenbuch. Hier trägt jede Miniatur bis zu einem gewissen Grade die Handschrift des Meisters. Allerdings wirken die Bilder alles andere als einheitlich; die Unterschiede zwischen der rundplastischen, haptisch erfahrbaren Madonna mit dem Blütenzweig und den deutlich flächigeren Figuren des Lazarus sind offenkundig. Heute lassen sich verschiedene Buchmaler nachweisen, die an der Illustrierung des Codex beteiligt waren. Die sehr eindrucksvolle Pfingstminiatur etwa wurde von einem Künstlertrio geschaffen. Der Meister Edwards IV. von England hat zunächst die Miniatur nach der Vorlage des Dresdner Gebetbuchmeisters angelegt. Dann kam David zum Zuge. Er hat in dem Bild, wie bei allen übrigen Miniaturen, diejenigen Stellen überarbeitet, die den Künstlern dieser Zeit als besonders wichtig galten: die Köpfe und die Inkarnate, also die Hauptpartien dieser Figuren, sowie ihre faltenreichen, plastischen Gewänder. Über den Besteller der Handschrift ist nichts bekannt. Möglicherweise war er auf der iberischen Halbinsel beheimatet, denn einer Eintragung am Schluss zufolge befand sich das Stundenbuch schon gegen Ende des 16. Jahrhunderts dort. Heute wird es in der Bibliothek des Escorial aufbewahrt.

Bibliographische Daten: 470 Seiten, Format 14,5 x 10 cm, 15 ganzseitige und 4 kleinere Miniaturen, 16 Dekorseiten. Limitierte Auflage: 980 Exemplare. Deutscher Kommentar (exklusiv bei Bibliotheca Rara): Bodo Brinkmann. Dokumentationsmappe mit 2 Faksimile-Doppelblättern.

Das Stundenbuch der Isabel la Católica«Stundenbuch der Isabel la Católica»  Brügge, um 1455.
Biblioteca del Palacio Real, Madrid, o. Sig.

Ursprünglich für Königin Juana Enriquez von Navarra und Aragón geschaffen, besticht dieser Codex nicht nur durch die Schönheit seiner Ikonographie, sondern auch mit seiner ungewöhnlichen Textfülle. Er zählt zu den Meisterwerken der sog. flämischen Schule und gilt als ein Hauptwerk der Werkstatt des angesehenen Willem Vrelant, Hoflieferant des Herzogs von Burgund, in Brügge. 1469 überreicht Prinz Fernando, Königin Juanas Sohn, den Codex seiner Frau Isabel von Kastilien als Geschenk der Stadt Saragossa zur Hochzeit in Valladolid, eine Hochzeit, die nicht nur die Vereinigung zweier Kronen, sondern die Geburt Spaniens symbolisiert.

Bibliographische Daten: 732 meist dekorierte Seiten auf feinstem Kalbspergament, Format: 20,5 x 13,8 cm. 72 goldgeschmückte ganzseitige Miniaturen, 24 Kalenderbilder. Wiedergabe der Goldpartien in 14 Karat. Limitierte Auflage: 980 Exemplare. Deutscher Kommentar (exklusiv bei Bibliotheca Rara): Gregory Clark. 2 Einbandarten: Ausgabe A (Dekor-Version, eingelegt in eine Velours-Schatulle), Ausgabe B (Mudejar-Version).

«Das Berliner Stundenbuch der Maria von BurgundStundenbuch der Maria von Burgund
und Kaiser Maximilians I. (Berliner Stundenbuch)
»
Brügge, um 1480
Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Ms 78 B 12

Die Verbindung der Häuser Habsburg und Burgund durch die Heirat zwischen Maria von Burgund, der einzigen Tochter und Erbin Karls des Kühnen, und dem Sohn Kaiser Friedrichs III., Maximilian, war trotz dahinterstehender politischer Erwägungen ein romantisch-idyllisches Intermezzo und führte zu persönlichem Liebes- und Familienglück. Im Zuge dieser Verbindung entstand eine der schönsten Bilderhandschriften des burgundischen Fürstenhauses, vom Format her ein kleines Werk, doch überaus reich bebildert. Alle Miniaturen umgibt farbiger Bordürenschmuck, der in unerschöpflicher Phantasie Ornament und Naturbeobachtung verbindet.

Bibliographische Daten: 726 S., Format: 10,3 x 7 cm, 27 ganzseitige Miniaturen, 11 größere Miniaturen über wenigen Textzeilen, 36 Kleinbilder im Text, 16 Ornamentseiten, limitierte Auflage: 980 Exemplare, deutscher Kommentar: Eberhard König u.a.

Marienkrönung«Stundenbuch von Rouen 'N.S.'» Rouen, um 1475
Biblioteca Nacional de Lisboa Ms Il 42
Aus der Schule von Rouen sind hervorragende Livre d´Heures erhalten, unter denen der Codex de Lisboa wegen seiner Zuschreibung an den Maitre de l´Echevinage (den „Magistratsmeister“) einen besonderen Rang einnimmt. Zudem stammt die marianische Handschrift aus der reichen Sammlung Don Franciscos de Melo Manuel, aus der auch zwei andere Stundenbücher mit goldverzierten Miniaturen von James Marrow, Princeton, als typische Rouenais-Werke bewertet werden.

Stundenbuch von RouenDer Maitre de l´Echevinage de Rouen, auch bekannt unter dem Namen Maitre de Genève Litini nach Brunetto Latinis Letrésor in Genf, war ein äußerst kreativer Buchmaler, der zwischen 1450 und 1480 in der Hauptstadt des Departements Seine-Maritime nachweisbar ist. Das Stundenbuch von Rouen besitzt alle Merkmale der goldenen Zeit der französischen Miniaturillustration, sichtbar in der Bearbeitung von Landschaften, Perspektive, Licht und Farbe der Bekleidung der Personen, in der das Gold bestimmte Einzelheiten hervorhebt und als Grundfarbe für die Seitenborte dient. Der Reichtum der Seitendekoration beinhaltet unter anderem stilisierte oder naturelle Zweigwerke, verschiedene Früchte und Blumen, Tiere, menschliche Figuren etc. und zeigt die Vorliebe für die Natur. Die Kalenderseiten sind, wie bei vielen Stundenbüchern aus dem 15. Jahrhundert, bereichert durch Szenen aus dem ländlichen Leben, mit Bezug auf den jeweiligen Monat, die eine wichtige dokumentarische Quelle darstellen und aus künstlerischer Sicht die hohe Qualität dieses Stundenbuchs belegen.

Bibliographische Daten: 142 S., Format 20,5 x 14,5 cm, 30 goldgeschmückte Miniaturen, darunter 8 ganzseitige. Limitierte Auflage: 980 Exemplare. Deutscher Kommentarband
(exklusiv bei Bibliotheca Rara): Claus Weinert.

Vrelant-Stundenbuch

Das Vrelant-Stundenbuch
Biblioteca Nacional, Madrid, Ms Vitr. 24-2,
Brügge, um 1465-70, "Libro de Horas" der Leonor de la Vega.
Vrelants Stilistik verknüpft Anregungen des Brügger Milieus mit kompositionellen Kenntnissen aus der holländischen Schule, wo im Umkreis des Meisters der Katharina von Kleve Vrelants Ausbildung zum Buchmaler stattfand. Neben Vorlagen aus der Werkstatt des Boucicaut Meisters, eines herausragenden, auf die perspektivisch richtige Darstellung von Menschen und Räumen spezialisierten Tafel- und Buchmalers, inspirierten Vrelant vor allem die Kunstwerke Jan van Eycks, der ab 1430/31 als Hof- und Stadtmaler in Brügge tätig war. Van Eycks Vorliebe für Details, seine Freude an lichtdurchfluteten Innenräumen und sich in die Ferne dehnenden Landschaften lassen sich auch bei Vrelant bemerken. 1498 sandte Bischof Ramirez de Villescusa de Haro den Codex an den Marquis von Santillana, Vater des Garcilaso. Garcilaso de la Vega, spanischer Feldherr und Dichter, fiel 1536 beim Angriff auf die Festung Le Muy in Frankreich. So erhielt seine Schwester, Doña Leonor de la Vega, das wertvolle Stundenbuch, das sich mit ihrem Namen verband.

Bibliographische Daten: 404 S., Format 19 x 13 cm, 78 Miniaturen, aus der Werkstatt des Willem Vrelant, Buchmaler am Hof Philipps des Guten, expressive Farbgebung und räumliche Tiefenwirkung im Stil Jan van Eycks. Limitierte Auflage: 500 Exemplare. Deutscher Kommentar: in Vorbereitung.

Die Augsburger Prunkhandschrift für Philipp II.Tirol, Hans «Habsburger Weltgeschichte»
Cod. Esc. 28-1-10 bis 28-1-12
der Real Biblioteca de San Lorenzo de El Escorial
Prunkwerk für Philipp II., 3 Bände, Augsburg, 1547
404 farbenreiche Miniaturen von Jörg Breu d.J., Text in lateinischer und deutscher Sprache von Hans Tirol. 1.230 S., Format: 50 x 36 cm. Einbände in braunem Glanzleder mit Blindprägung heraldischer Motive. In 3 Foliant-Bänden: I: "Von den Cäsaren zu Ferdinand von Austria", II: "Habsburg und die Dynastien Europas", III: "Historia Nobilitates". Erstausgabe 2000/2001. Limitierte Auflage: 980 Exemplare. Kommentar: Eduardo de Guevara y Valdes.

Die «Francesco Petrarcas TrionfiTrionfi Francesco Petrarcas» Florenz, um 1480
Biblioteca Nacional Madrid, Ms Vitr. 22-4
Vergriffen, antiquarisch auf Anfrage erhältlich

"Trionfi", zu deutsch "Triumphe", das ist der berühmte poetische Zyklus einer allegorischen Reise aus der Zeit zur Ewigkeit, geführt von Laura, der unnahbaren Geliebten, die Petrarca (1304-74) zufolge 1348 der Pest erlag. Trionfi, die vom Geist der Antike getragene Lobpreisung der Triumphe des Göttlichen, entstand nach 1352, vielleicht noch in Avignon, der Stadt, in der Petrarca für längere Zeit am Papsthof gelebt hatte, die er aber 1353 für immer verließ. Der um 1480 in Florenz gefertigte Codex stammt aus der Bibliothek des römischen Kardinals Zelada. Nach der Besetzung des Kirchenstaates durch Frankreich und seiner Verbannung stiftete Zelada seine Büchersammlung der Biblioteca de la Catedral, Toledo. Von dort gelangte der Codex 1869 in die Biblioteca Nacional Madrid.

Bibliographische Daten: 176 S., Format: 11,5 x 7,5 cm, 7 ganzseitige Miniaturen, limitierte Auflage: 1380 Exemplare, deutscher Kommentar: Elisa Ruiz, Robert Hilgers und die deutsche Übersetzung der Trionfi durch Ludwig I., Fürst von Anhalt-Köthen (1643).

«Tro-Cortesianus» Maya-Codex. Tayasal, 14./15. Jh.

Vergilius Maro «Bucolica, Georgica, Aenёis» Rom/Neapel 1460 ff.

Vita der Mathilde von Canossa → Mathilde von Canossa

«Wolfenbütteler Sachsenspiegel» Obersachsen, um 1348-1371,
das älteste große deutschsprachige Rechtsdokument

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