Hortus Eystettensis Universitätsbibliothek Eichstätt, Seminarbibliothek, Nürnberg 1613, zu deutsch Garten von Eichstätt. Der Nürnberger Apotheker Basilius Besler (1561-1629) verfasste dieses gemalte Herbarium zusammen mit dem Altdorfer Botanikprofessor Ludwig Jungermann. Fast 1100 Pflanzen, nahezu alle damals bekannten Kulturpflanzen, darunter 653 wirkliche Spezies, ergänzt durch erstaunliche Varietäten, sind auf 367 handkolorierten Kupferstichen erfasst, die nach den Blühzeiten der Pflanzen geordnet wurden. Modell für das einzigartige botanische Werk war der fürstbischöfliche Garten der Residenz Willibaldsburg nahe Eichstätt mit seinen Freiflächen, Gewächshäusern und Orangerien, ein Luxusgarten, der als einer der prächtigsten seiner Zeit galt.
Bibliographische Daten: 3 Bde. (I: 134 Tafeln, II: 127 Tafeln, III: 106 Tafeln), Format 43,5 x 52 cm, kolorierte Kupferstiche von 1084 Pflanzen auf 367 Tafeln, 5 Frontispize (darunter das Porträt Basilius Beslers), Einband: Schafspergament mit reliefartiger Dekoration, limitierte Auflage: 1.500 nummerierte Exemplare, separat erhältlicher, mehrsprachiger Kommentarband (deutsch, englisch, italienisch): Klaus W. Littger, Werner Dressendörfer. Besuchen Sie unsere neue Infopage http://www.garten-von-eichstaett.de
Beatus Aemilianensis Biblioteca Nacional, Madrid, Ms Vitrina 14-1. Entstanden im Königreich Leon um 930-950 ist der Beatus Aemilianensis - abgesehen vom Fragment von Silos - der älteste erhaltene Beatus. Die Handschrift zählte bereits im hohen Mittelalter zur Bibliothek des Klosters des Hl. Aemilian (San Millan) de la Cogolla, das am Oberlauf des Ebro, südwestlich von Logrono gelegen ist. Der Beatus Aemilianensis, dessen Stil durch die Verwendung deckender Mischfarben und besonderer Parallelstrichornamentik geprägt ist, beeindruckt allein schon durch seine unvergleichliche Nähe zur Urschrift des Kommentars, den Beatus zwischen 776 und 784 verfasste. Die ungerahmten Miniaturen, wie das zwei Drittel von fol. 130r einnehmende Bild "Die Engel mit den sieben Plagen", ziehen darüber hinaus durch mozarabisch beeinflusste Farbgebung und Ornamentformen in ihren Bann.
Bibliographische Daten: 288 S., Format 34,5 x 25,7 cm, 30 (+ 24 rekonstruierbare) Miniaturen, limitierte Auflage: 898 Exemplare. Deutscher Kommentar: Peter K. Klein.
Illuminierte Apokalypse-Kommentare des → Beatus von Liébana
Der Albani-Psalter St. Godehard (Dombibliothek Hildesheim) Ms St. God. 1, St. Albans, um 1125. Der Psalter besticht durch seinen prachtvollen Miniaturenzyklus gleich zu Beginn. Szenen aus dem Alten und Neuen Testament begegnen in strahlendem Purpur, Grün und Blau, reich verziert mit Gold, mit feinfühligem Strich und dynamischer Bewegtheit zugleich ausgeführt. Der Stil des Alexis-Meisters spiegelt die Rezeption der byzantinischen und mediterranen Buchkunst in vollendeter Harmonie und begeisternder Kreativität. Der Albani-Psalter ist der Psalter der Christina von Markyate, einer Aristokratentochter und Einsiedlerin, deren geheimnisvolle Beziehung zu Geoffrey von Gorham, dem Abt des Benediktinerklosters St. Albans und Auftraggebers der Handschrift, das Psalmenbuch zum Monument seiner Zuneigung werden ließ. Eine der zahlreichen eindrucksvollen historisierten Initialen zeigt Christina von Markyate als Fürbitterin, die bei Christus für die Mönche von St. Albans betet.
Bibliographische Daten: 422 S., Format 27,6 x 18,4 cm, 46 ganzseitige Miniaturen, 214 figürliche Initialen, 23-karätige Handvergoldung, Echtgold oder Foliengold entsprechend den Blattgoldpartien im Original. Limitierte Auflage: 1125 Exemplare. Einband: bordeauxrotes Leder in Blindprägung. Kassette: Leder mit Goldprägung. Deutscher Kommentar: Jane Geddes, Der Albani-Psalter, Regensburg 2005.

Biblia Pauperum Apocalypsis Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Weimar, Ms Fol. max. 4. Die Biblia Pauperum Apocalypsis entstand um 1340-1350 im Skriptorium des Benediktinerklosters St. Peter und Paul in Erfurt. Nach der Säkularisierung des Klosters erwarb die Herzogliche Bibliothek in Weimar 1809 den Codex. Der Buchtypus mit dem etwas missverständlichen Namen "Biblia Pauperum", zu deutsch "Bibel der Armen", bildete sich vermutlich in der ersten Hälfte des 13. Jhs. im süddeutschen Sprachraum aus. Mit ihm begegnete keine Bibel für den gemeinen Mann, für Bedürftige oder Mittellose. Der Begriff Biblia Pauperum stand zunächst für unbebilderte Kurzfassungen der Bibel, ein wohlfeiles Lehrmittel für Bettelmönche und arme Weltgeistliche. Die von der christlichen Typologie her zu bestimmende Schrift mit Lehrabsicht unterschied sich von reinen Erbauungsbüchern. Aus der theologisch bestimmten Typologie entwickelte sich bald eine auf das christliche Mysterium ausgerichtete typologische Kunst, die mit ihrer Gegenüberstellung von Bildmotiven die innere Einheit von Altem und Neuem Testament beschwor. Die Weimarer Handschrift enthält - eine Ausnahme unter etwa 80 überlieferten Exemplaren - Darstellungen zur Apokalypse. Sie überrascht durch ihr großes Folioformat und zahlreiche farbig aquarellierte Illustrationen. Die dominante Verwendung von Blau- und Grüntönen sowie die reiche Auftragung von Blattgold faszinieren ebenso wie das auffällige Changieren und Schillern der vorwiegend hellen Farbtöne.
Bibliographische Daten: 144 Seiten, davon 88 Faksimileseiten (44 Folios) mit Golddruck, Format 33 x 51 cm, limitierte Auflage: 980 Exemplare (Neudruck 2007 der Ausgabe von 1977). Einband: Braunes Cabraleder mit Goldprägung in Schuber. Deutscher Kommentar: Reiner Behrends, Konrad Kratzsch, Heinz Mettke.
Cranachbibel Wittenberg 1541 Lucas Cranach der Jüngere (1515 bis 1586) entwickelte sich als Sohn und Schüler Lucas Cranachs des Älteren zu einem bedeutenden Maler und Porträtisten. Nach dem Tod des Vaters übernahm er dessen Werkstatt, wo die Holzschnitte der Zerbster Prunkbibel entstanden. Sie sind mehr als Illustrationen, sie sind bildkünstlerische Interpretationen des Bibeltextes.
Die Zerbster Prunkbibel, vielfach auch Cranachbibel genannt, entstand nach der Bibelübersetzung von Martin Luther und wurde im Jahre 1541 gedruckt von Hans Lufft in Wittenberg. Das den Text und Illustrationen zur Apokalypse umfassende Werk befindet sich im Besitz der Stadt Zerbst, der Nachbarstadt Wittenbergs, gelegen in Sachsen-Anhalt. Durch sein langjähriges Wirken in Wittenberg nahm Luther selbst großen Einfluss auf die kirchliche und gesellschaftliche Umgestaltung von Zerbst. Das Zerbster Gymnasium verdankt ihm seine Entstehung. Im Zerbster Stadtarchiv und im Staatsarchiv, die beide bis zur Zerstörung des Zerbster Residenzschlosses im April 1945 dort untergebracht waren, lagen 474 Lutherbriefe und -handschriften. Die nicht ausgelagerten wertvollen Bestände der Museumsarchive gingen fast völlig verloren, Cranachs Apokalypse-Codex blieb erhalten. Als erste gewichtige Stadt nach Wittenberg hatte sich Zerbst, damals die größte und geschichtlich wie wirtschaftlich bedeutendste Stadt Anhalts und "decus et ornamentum totius Anhaltinatus" (Zierde und Schmuck von ganz Anhalt), der Reformation angeschlossen. Die Cranachbibel war Ausdruck dieser Bedeutung der Stadt, des geistigen und theologischen Zentrum Anhalts. Die figurenreichen, aufwändigen Kompositionen beeindrucken vor allem durch ihre erzählerische Qualität und die Intensität der Farben.
Bibliographische Daten: 76 Folios (152 Seiten), davon 36 Folios vierfarbig mit Goldprägung, Format 28 x 41 cm, limitierte Auflage: 800 Exemplare (Neudruck des Faksimiles von 1973, hergestellt für die Von Cansteinsche Bibelanstalt, Witten). Einband: Ledereinband mit goldgeprägtem Deckel. Deutsch-englischer Begleittext: Johannes Jahn, Leonard A. Jones.
Das Falkenbuch Kaiser Friedrichs II. Biblioteca Apostolica Vaticana, Rom, Ms Pal. Lat. 1071, Süditalien, um 1260. Das nach dem Vorbild des nicht mehr erhaltenen, um 1240 entstandenen Originals von "De arte venandi cum avibus", "Über die Kunst mit Vögeln zu jagen", verfasste Exemplar Manfreds, des Sohnes von Friedrich II., ist nicht nur eine für Falkner und Vogelkundler noch heute bedeutsame Informationsquelle, sondern ein durchgehend illuminiertes Meisterwerk der Buchmalerei. Mit bis dahin nahezu unbekannter Präzision und Naturtreue der Abbildungen verliehen Autor und Buchmaler dem Werk Seriosität und Anwendbarkeit. Zugleich ist das Falkenbuch Ausdruck des glanzvollen und vielseitigen kulturellen Lebens, das sich am Hofe Kaiser Friedrichs II. in Palermo, später auch Foggia, entfaltete.
Bibliographische Daten: 222 S., Format 36 x 25 cm, ca. 660 vogel- und jagdkundliche Darstellungen. Limitierte Auflage: 980 Exemplare, davon 900 arabisch numm. u. 80, für die Biblioteca Apostolica Vaticana bestimmte, römisch numm. Exemplare. Deutscher Kommentar: Dorothea Walz, Carl Arnold Willemsen (in: Das Falkenbuch Friedrichs II., Glanzlichter der Buchkunst, Bd. 9, Adeva).
Glockendon Gebetbuch für Kardinal Albrecht von Brandenburg Österreichische Nationalbibliothek, Wien, Cod. 1847, Nürnberg 1536/37. In den Jahren 1536 und 1537 schufen der Nürnberger Buchmaler Gabriel Glockendon und der Schreiber Georg Stierlein für den Kirchenfürsten und Liebhaber kostbarer Bücher Albrecht von Brandenburg ein reich ausgestattetes Gebetbuch für das private Stundengebet - ein Werk voller Harmonie und Raffinesse, das auch den modernen Betrachter mühelos in seinen Bann zu ziehen vermag. Die 42 ganzseitigen Miniaturgemälde der Handschrift gehören mit ihrer delikaten Farbgebung und einer bemerkenswert fortschrittlichen, ja beinahe romantisch anmutenden Landschaftsgestaltung zu den besonderen Schätzen der Renaissancekunst in Deutschland. An fünf Stellen des Gebetbuches laden Andachtsbilder zu einer vertieften Betrachtung des Leidens Christi ein.
Der Buchblock hat rundum einen roten Farbschnitt, Lagenschnitt, Zeichenbändchen in grün. Der Buchrücken ist mit 5 Bünden und zwei roten Lederschildchen und Goldprägung versehen. Die Initialen auf dem Buchdeckel gehören zu dem Präfekten (=Leiter der Hofbibliothek) Gerard Freiherr van Swieten (1745-1772); im einzelnen bedeuten sie: G(erardus) L(iber) B(aron) V(an) S(wieten) B(ibliothecarius), umrahmt von der Jahreszahl 1755, der Zeit der Anfertigung des Einbandes. Darüber befindet sich das österreichische Wappen, über diesem wiederum E(x) A(ugustissima) B(ibliotheca) C(aesarea) V(indobonensi).
Bibliographische Daten: 200 S. (I + 100 Blatt + I), Format 23,5 x 18,4 cm, 42 ganzseitige Miniaturen, 73 siebenzeilige Zierinitialen. Limitierte Auflage: 998 Exemplare, davon Teilauflage Bibliotheca Rara Nrn. I-499. Vergoldungen in Miniaturen und Initialen mit Druckgold wiedergegeben. Deutscher Kommentar. Einband: brauner Ledereinband mit Goldprägung.
Das Lobgedicht auf König Robert von Anjou Österreichische Nationalbibliothek, Wien, Ms Cod. ser. nov. 2639. Neapel, um 1340. Geboren 1278, war Robert ein Enkel des großen Karl von Anjou. Seine Kindheit verbrachte er nach einer verlorenen Seeschlacht seines Vaters, Karls II.von Neapel, in Geiselhaft am aragonesischen Hof. 1309 - nach dem Tode Karls II. wurde Robert König von Neapel und Sizilien. Er eerfreute sich päpstlicher Gunst, da die Päpste - seit 1309 in Avignon - ihn als ihren Mann in Italien sahen, der dem Imperium die Stirn bieten und die Interessen des Papsttums vertreten könnte. So stand er bis zu seinem Tod 1343 in Konflikt mit den deutschen Herrschern, von Kaiser Heinrich VII. bis zu Ludwig dem Bayern, die, der Tradition seit Karl dem Großen folgend, Italien als ihren Besitz ansahen. Politisch war Robert nicht sehr erfolgreich, umso beeeindruckender ist dieses Zeugnis seines Anspruchs auf die Einigung Italiens, die erst 500 Jahre später verwirklicht wurde. Der Text muss zwischen 1334 und 1343 entstanden sein. In der wissenschaftlichen Forschung gilt mehrheitlich Convenevole da Prato (1270/75-1338), einer der Lehrer Francesco Petrarcas, als Autor.
Bibliographische Daten: 72 S. mit 43 z. T. ganzseitigen Miniaturen. Der Text wird durch rote und blaue Schmuckbuchstaben gegliedert, die reich mit Fleuronnée in der jeweiligen Gegenfarbe geschmückt sind. Neben 29 Fleuronnée-Initialen begegnen auch 8 Deckfarben-Initialen mit reichlicher Verwendung von poliertem Blattgold. Ihre plastische Modellierung und die strahlende Frabigkeit zeugen von der Kunstfertigkeit der ausführenden Maler. Format 48,5 x 34,4 cm. Limitierte Auflage: 380 Exemplare, davon 80 als Luxusausgabe. Deutscher Kommentar: Dr. Karl-Georg Pfändtner
Das Menologion von Basilius II. Biblioteca Apostolica Vaticana, Rom, Cod. Vat. gr. 1613, Konstantinopel, um 1000. Ein kirchliches und wahrhaft kaiserliches Buch. Ein liturgischer Kalender und Zeugnis der Religiosität und Kunstsinnigkeit des letzten herausragenden Herrschers der einstigen Großmacht Byzanz. Darüber hinaus das am großzügigsten illustrierte byzantinische Buch, das wir kennen, eine beeindruckende Gemäldegalerie mit 430 goldglänzenden Miniaturen der Heiligen, deren Festtage in die ersten sechs Monate des byzantinischen Kalenders fallen, in die Zeit vom September bis Februar. Es muss noch einen zweiten Band des Menologions gegeben haben mit Hunderten weiterer Miniaturen. Er aber ging verloren, vielleicht bei der Eroberung Konstantinopels 1453 durch das osmanische Heer. Die Aussöhnung zwischen der griechisch-orthodoxen und der katholischen Kirche habe eine "neue Phase" erreicht. Das betonte Papst Benedikt XVI. in einer Botschaft zur Veröffentlichung des Faksimiles, eines gemeinsamen Projekts der Vatikanischen Bibliothek in Rom, wo sich das Original der Handschrift seit 400 Jahren befindet, und der Apostolischen Diakonie der Kirche von Griechenland.
Bibliographische Daten: 544 S. mit 430 Miniaturen im Format 18 x 12 cm, erläutert durch jeweils sechszehnzeilige Heiligenlegenden. Neben jeder Miniatur des Synaxarions, des liturgischen Kalenders der orthodoxen Kirche, steht die Signatur des Malers. Limitierte Auflage: 950 Exemplare, davon 775 arabisch numm. u. 175 römisch numm. Exemplare. Interdisziplinärer (Kunsthistoriker, Philologen, Liturgiker, Restauratoren) wissenschaftlicher Kommentar von Experten aus Italien, Griechenland, Russland und den Vereinigten Staaten: Zeitgeschichtlich Evangelios Chrysos, Vasilis Katsaros / Kodikologisch Andrea Luzzi, Augusta A. Longo, Francesco D'Aiuto u.a.
Das Reichenauer Perikopenbuch Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Cod. Guelf. 84.5 Aug 2, Skriptorium des Benediktinerklosters Reichenau, um 1000. Codex Guelf. 84.5 Aug 2 ist ein Evangelistar: Die 109 Lesungen (Perikopen) stammen ausschließlich aus den vier Evangelien und sind in der Lesefolge des Kirchenjahres angeordnet. Ausgewählte Hochfeste wurden mit insgesamt neun ganzseitigen Miniaturen illustriert, die durch ausgesprochen reiche Goldauflage und strahlende Farben bestechen. Dazu kommen noch sechs ganzseitige Initialzierseiten, deren große, ornamental gestaltete Initialen bestimmte Lesungen hervorheben und einleiten. Die unglaublichen Farben der Zierelemente, darunter viel kaiserlicher Purpur und feinste Goldranken, bezeugen den hohen Anspruch der Handschrift ebenso wie der großzügige Textspiegel und die zahlreichen goldenen Textinitialen.
Bibliographische Daten: Die Faksimile-Ausgabe des Reichenauer Perikopenbuchs erscheint in der Reihe Codices Selecti als Band CXIV und gibt die Handschrift vollständig im Originalformat von 28 x 18,5 cm mit originalem Lagenverlauf sowie getreuem Randbeschnitt und bis ins kleinste Detail farbgetreu wieder. Die Lederausgabe wird von einem handgefertigten Ganzledereinband aus rotem Leder geschützt. Die Edition wird mit dem Kommentarband in einem Schuber geliefert und ist weltweit streng auf nur 400 Exemplare limitiert. Die auf weltweit nur 99 Exemplare limitierte Luxus-Ausgabe wird von einem Einband aus feinstem rotem Leder geschützt. In den Vorderdeckel eingelassen ist die originalgetreue Wiedergabe des phantastischen Elfenbeinreliefs, das auch das kostbare Original schmückt. Der standesgemäßen Aufbewahrung dieses Meisterwerks der Faksimilierkunst dient eine Luxus-Kassette.
Die Cosmographia des Ptolemäus Biblioteca Apostolica Vaticana, Rom, Sig. Urb. lat. 174, Florenz, 15. Jahrhundert. Im Mittelalter und der Renaissance verbreitete sich unter dem Namen Ptolemäus eine Reihe von geographischen Werken der bekannten Welt, die für Reisen und kommerzielle Transaktionen unerläßlich waren, und die ihren Namen vom berühmten ägyptischen Geographen Claudius Ptolemäus bekamen, der im 2. Jahrhundert n. Chr. in Alexandrien lebte. Der griechische Urtext des Ptolemäus begegnet hier in der lateinischen Übersetzung des Jacopo Angeli da Scarpezia. Die Genauigkeit in der Zeichnung der Karten ist ergänzt durch repräsentative Elemente wie die Darstellung der Winde durch menschliche Köpfe. Wie die auf dem Einband in Gold geprägten Wappen zeigen, gehörte das Manuskript dem bibliophilen Papst Alexander VII.
Bibliographische Daten: 133 Pergaminblätter - in verschiedenen Tonalitäten gefärbt, reichhaltig geschmückt mit Goldplättchen für Titel und Rahmen - mit 30 Karten: eine Sternkarte der Alten Welt, 13 Karten von Europa (denen drei neue hinzugefügt wurden: das modene Spanien, Nordeuropa und das moderne Italien, die viel genauer als die von Ptolemäus angefertigten sind), 4 Karten von Afrika und 12 von Asien, wobei sich jede Karte über mehrere Blätter erstreckt. Im 16. Jahrhundert wurde dem Codex eine zweite Sternkarte hinzugefügt, welche die neuentdeckten Länder des amerikanischen Kontinents enthielt. Format 44,4 x 29,9 cm. Limitierte Auflage.

Das Stundenbuch von Modena Biblioteca Estense Universitaria, Modena, Ms Lat. 842=alfa.R.7.3, Mailand, 1390. Das "Libro d'ore di Modena" stammt aus der lombardischen Werkstatt Giovannino de' Grassis, eines Universalgenies und Baumeisters des prachtvollen Mailänder Doms. Die Originalität des Buchmalers zeigt sich in eleganter Linienführung, der zarten Konturierung weiblicher Figürlichkeit und der filigranen Ornamentik der Bildhintergründe.
Bibliographische Daten: 544 S., Format 15,5 x 21,5 cm, 28 ganzseitige Miniaturen, 15 Seiten mit vegetabilen Bordüren, 21 Seiten mit Schmuckinitialen. Rotsamtener Einband aus dem 16. Jh. mit goldenen, silbernen und farbigen Stickereien.

Das Stundenbuch von Rohan Bibliotheque Nationale, Paris, Ms Lat. 9471, Paris, Angers, 1430-35. Die "Grandes Heures de Rohan" sind ein mit Miniaturen auf allen Seiten grandios illuminiertes Meisterwerk der französischen Gotik. Zwei Hauptmeister des Rohan-Stils prägen die künstlerische Wirkungsmacht dieser Handschrift in ihren monumentalen Kompositionen, ihrer raffinierten Farbigkeit und der expressiven Plastizität der Figuren. Neben den ergreifenden Vollminiaturen erstaunt die durchgängige Illustration des Textes auf allen Seiten im Stil einer Bible moralisée.
Bibliographische Daten: 478 S., Format 29 x 21 cm, 12 ganzseitige u. 54 halbseitige Miniaturen, Einband: Leder auf Holz aufgezogen. Deutscher Kommentar: Eberhard König.

Das Stundenbuch des Pico della Mirandola British Library, London, Ms Add 50002, Norditalien, um 1499, prachtvoller Ausdruck von Frömmigkeit und Bedeutung eines großen Herrschers im kleinen Fürstentum Mirandola. Galeotto Pico della Mirandola, der von 1442 bis 1499 lebte, stammte aus der Familie des Gian-Francesco Pico (ein Spross des Picus, Neffe Kaiser Konstantins) und seiner Gemahlin Giulia Boiardo, die 1460 das franziskanische Nonnenkloster von Mirandola gründete. Galeotto wurde für seinen militärischen Dienst durch Kaiser Sigismund in Ferrara zum Ritter geschlagen und residierte in Norditalien im kleinen Fürstentum Mirandola, malerisch gelegen zwischen der Grafschaft Mantua und den Herzogtümern Ferrara und Modena. Das kurz vor dem Tode Galeottos fertig gestellte Stundenbuch beginnt mit einem Kalender, der Feste und Heiligentage verzeichnet. Fein gemalte Tierkreiszeichen und Monatsbilder führen durch das Jahr. 4 ganzseitige Miniaturen stehen vor den einzelnen Offizien. 7 kleinere Miniaturen bilden den Randschmuck, Christi Geburt, die Darstellung im Tempel, die Auferstehung und anderes mehr. Viele der Initialen stehen vor Landschaften mit Burgen, Bergen oder Flüssen, sind mit Abbildungen von Tieren oder reich vergoldeten Ornamenten geschmückt. Der Meister dieser vollendeten Maltechnik, die Konturen und plastische Komplexe nicht exakt umreißt, sondern durch feinste Pinselstriche liebevoll umgrenzt, war Giovanni Francesco Maineri, Hofmaler des ferraresischen Fürstenhauses Este.
Bibliographische Daten: 230 S., Format 16,5 x 11 cm, nach den Prinzipien mittelalterlicher Handwerkskunst in 23,5 Karat vergoldete Miniaturen, Prunkeinband aus dunkelviolettem Samt und Beschlägen mit Opalen und Lapislazuli. Deutscher Kommentar: Ulrike Bauer-Eberhardt, Christopher de Hamel.

Das Psalterium Sancti Ruperti Stiftsbibliothek St. Peter, Salzburg, Cod. a 1 0, Nordost-Frankreich, zwischen 850 und 875. Die derzeit kleinste Faksimile-Ausgabe der Welt enthält die Einleitung des hl. Hieronymus zur Ausgabe seines Gallicanum und den Prolog "Origo prophetiae regis David" zur Entstehung der Psalmen. Auf fol. 2 stellt das Autorenbild König David mit einer Winkelharfe (möglicherweise einem Psalterium) dar. Natürlich fehlt auch in diesem karolingischen Psalter die Beatus vir Initiale nicht sowie ein mit Goldtinte auf Purpurgrund geschriebenes Incipit zum Psalter. Der offene Rücken des Codex, eine buchbinderische Besonderheit, macht ihn zu einem Unikum der mittelalterlichen Buchproduktion.
Bibliographische Daten: 234 S., Format 3,7 x 3,1 cm, Vorder- und Rückendeckel aus Holz, zwei echte, zweifarbige Bünde und handumstochene Kapitale, wobei der Buchrücken offen liegt. Limitierte Auflage: 980 Exemplare, davon 99 als Luxusausgabe mit exklusivem Replikat der Originalschatulle aus dem 17. Jahrhundert.

Rosario de Juana la Loca Boston Public Library, Ms Med. 35 & Fitzwilliam Museum, Cambridge, Ms 257 a, b Brügge, 1. Hälfte 16. Jh., Rosenkranz Johannas der Wahnsinnigen, Königin von Kastilien und Aragon. 1502, mit dreiundzwanzig Jahren, steht sie auf dem Zenit ihres Daseins. "Als Thronfolgerin der vereinigten spanischen Königreiche anerkannt, mit Besitzungen in Italien sowie in der Neuen Welt, würde Sie mit ihrem Gemahl, dem Erzherzog von Österreich, Herzog von Burgund, Graf von Flandern, Holland und Seeland sowie Herr von Utrecht, einmal über ein schier unermeßliches Gebiet herrschen und zur bedeutendsten Fürstin Europas werden" (Brouwer, Johan, Johanna die Wahnsinnige, Glanz und Elend einer spanischen Königin, München 2004, S. 30). Geistig und seelisch labil, werfen sie der Tod ihres Mannes, Philipps des Schönen, 1506 und das Machtstreben ihres Sohnes, Karls V., aus der Bahn. Fast ein halbes Jahrhundert verbringt die Königin bis zu ihrem Tod 1555 in Gefangenschaft im Convento de Santa Clara, einem ehemaligen Königspalast in Tordesillas.
Bibliographische Daten: 32 S., Format 11 x 9 cm, 16 ganzseitige Miniaturen und 14 Initialen (Gold/Silber), limitierte Auflage: 999 Exemplare. Mehrsprachiger Kommentarband (deutsch, englisch, spanisch): Ana Dominguez Rodriguez, Pilar Trevino Gajardo.

Von wundersamen Begebenheiten Irish National Library, Dublin, Ms 32,513, Köln, Anfang 16. Jh. Dieses zierliche Büchlein ist in jeder Hinsicht außergewöhnlich: Auf 37 Miniaturseiten wird ein zauberhafter Reigen spätmittelalterlicher Fantasie- und Glaubensvorstellungen dargeboten, eine unglaubliche Welt von Wunder und Mythen versammelt. Die wundersamen Begebenheiten aus der Natur, der Geschichte, der Mythen- und Sagenwelt sowie aus dem Alten Testament wurden einzig zu dem Zweck zusammengestellt, die jungfräuliche Mutterschaft Mariens zu beweisen. Die ebenso schlichte wie logische Schlussfolgerung des Verfassers lautete: Wenn alle hier ausgebreiteten kuriosen Geschichten und wundersamen Begebenheiten wahr seien, dann müsse doch auch die unbefleckte Empfängnis zweifellos als glaubwürdig anzuerkennen sein. Diese Zusammenstellung teils märchenhafter, teils absonderlicher Geschichten bietet ein einzigartiges Bild zeitgenössischer Mentalität und Glaubensinhalte. Jede auf der Recto-Seite bildlich dargebotene Begebenheit wird auf der Verso-Seite in kurzen lateinischen und deutschen Reimen erläutert. Der im 16. Jahrhundert sehr beliebte Text des Wieners Franz von Retz (1343–1427) basiert auf Texten von Albertus Magnus, St. Augustin und Isidor von Sevilla. Das in grünen Samt mit Goldstickereien gebundene Büchlein entstand am Anfang des 16. Jahrhunderts in Deutschland in der Tradition der Buchmalerei des Stefan Lochner; es wird heute in der National Library in Dublin aufbewahrt. Es handelt sich bei dieser Handschrift wohl um eine der spätesten Ausgaben des Textes. Die Bilder waren vermutlich zu Repräsentationszwecken gedacht, da sie besonders luxuriös ausgestaltet wurden – ganzseitige farbenfrohe Miniaturen mit üppiger Blattgoldumrahmung. Die expressiven Darstellungen sind in starken Farbtönen und bis ins kleinste Detail liebevoll ausgeführt.
Bibliographische Daten: 38 + 2 Blätter, Format 10 x 7,8 cm, 37 Miniaturseiten mit Blattgold. Limitierte Auflage: 800 Exemplare. Deutscher Kommentar: Eberhard König, Ines Dickmann.
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