Liebana

Beatus war ein aus den Tälern der Liébana stammender Mönch, im dortigen Kloster San Martin (später San Toribio) lebend, wahrscheinlich um 730 geboren, nicht vor 798 gestorben. Nachweisbar ist, dass er an einem Hoftag in der Hauptstadt Asturiens, Pravia, im Jahre 785 teilnahm. Vielleicht weil ihm der Kampf gegen die Mauren eine Generation nach dem Sturz der christlichen westgotischen Herrscher als Vorspiel zur Endzeit vorkam, vielleicht auch, um die Göttlichkeit Christi zu belegen, schrieb er zwischen 776 und 784 seinen Kommentar zur Apokalypse des Johannes.

Beatus Aemilianensis

Außergewöhnlich belesen, erläuterte Beatus jede Stelle des heiligen Buches aus dem 1. Jahrhundert
n. Chr., das im 3. Jahrhundert Aufnahme ins Neue Testament gefunden hatte. Nur einen Bruchteil des Werkes verfasste er selbst.
 
Beatus benutzte - neben dem Text der Apokalypse - in erster Linie exegetische Passagen patristischer Autoren, Aussagen von Kirchenvätern wie Hieronymus, Augustinus und Isidor.
 
Wichtigste Quelle wurde der Apokalypse-Kommentar des Tyconius, eines vor dem Jahre 400 verstorbenen donatistischen Theologen, geschrieben in einer Phase heftigen Streits innerhalb der nordafrikanischen Kirche um Rechtgläubigkeit, eine Situation,
die Beatus selbst kannte, befand
er sich doch im Konflikt mit Elipandus, dem Erzbischof von
Toledo, seinem kirchlichen Vorgesetzten.
 
Die seit 756 dem maurischen Kalifen von Cordoba untergebenen Christen, mozarabes, die Arabisierten, genannt, lebten trotz Beeinflussung und Bedrohung noch in Glaubensfreiheit. Wenn Elipandus das Dogma von der Gottessohnschaft Christi relativierte, beging er für Beatus ohne Not Verrat an der christlichen Lehre. Stand nicht überhaupt das Ende der Zeit mit all seinen in der Apokalypse beschriebenen Schrecken für die Ungläubigen in naher Zukunft bevor? Die Niederlage der Mauren um 722 bei Covadonga, als ein Erdrutsch große Teile des arabischen Heeres verschlang, das den asturischen Widerstand brechen sollte, schien auf göttliche Rettung der Christen zu weisen.
 
Der Kommentar des Beatus nimmt keine Einlassungen zur zeitgenössischen Geschichte auf. Wie die Geheime Offenbarung des Johannes selbst sollte der Kommentar die Gläubigen ermutigen, nicht nur über das Ende der Welt, sondern auch über die neue Schöpfung, das Himmlische Jerusalem, die Stätte endgültiger Erlösung, berichten.

Unser Prospekt zur größten Apokalypse Handschrift des
Beatus de Liebana
 

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