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Belser-Editionen Restbestände aus der «Biblioteca Apostolica Vaticana»
Der Dichtermönch Wandalbert verfasste in Versform dieses Verzeichnis der heiligen Märtyrer. Er widmete seine Hexameterverse Kaiser Lothar I., der im Kloster Prüm gestorben ist. Die Reichenauer Handschrift ist prachtvoll ausgestattet durch zwölf ganzseitige goldgrundige Monatsbilder, das Dedikationsbild mit gekröntem Herrscher, durch goldverzierte Kapitälchen und Zierbuchstaben.
Die Handschrift wird in der ganz besonderen Form des "Beutelbuches" präsentiert. Im 15 Jh. vor allem gebräuchlich diente diese Einbandart zur bequemeren Handhabung des Buches. Das Einbandleder wurde zu einem Knoten gebunden und konnte am Gürtel befestigt werden. Die wertvollen Miniaturen dienten als Vorbild für den körpersprachlichen Ausdruck des Gebets.
Das Römische Alphabet des veronesischen Humanisten Felice Feliciano ist die erste, neuzeitliche Darstellung der antiken römischen Capitalis. Die Buchstaben sind innerhalb von Kreis und Quadrat mustergültig konstruiert. So diente das "Alphabetum Romanum" als Vorbild und klassisches Maß für Generationen. Die Handschrift ist bis auf zwei Ausnahmen in Altrosa geschrieben. Sie dokumentiert die vorbildliche Schriftkunst der Renaissance.
Am Beginn dieses kostbaren Stundenbuches steht ein Kalendarium mit originellen Darstellungen der zwölf Tierkreiszeichen. 4 Evangelistenbilder, 15 ganzseitige Miniaturen und Bordüren mit Architekturmotiven in perspektivischer Ansicht repräsentieren hochentwickelte flämische Buchmalerei.
Einer der bekanntesten Militärarchitekten und -ingenieure um die Wende des 15./16. Jhs., Francesco di Giorgio Martini (1439-1501), legte dieses "Geheimbüchlein" an. Der kleinformatige Codex ist ein umfangreiches Zeugnis unbändigen technischen Erfindungsreichtums.
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